Viele Schwangere fragen sich, ob Akupunktur die Geburt wirklich erleichtern kann. In diesem Artikel erfährst du, was wissenschaftliche Studien dazu sagen, wie die Methode funktioniert und welche Vorteile sie bietet.
Was ist Akupunktur und wie funktioniert sie?
Die Akupunktur ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und basiert auf der Idee, dass die Lebensenergie (Qi) entlang von Meridianen fließt. Durch feine Nadelstiche an spezifischen Punkten sollen Blockaden gelöst und der Energiefluss harmonisiert werden.
Während die Existenz von Meridianen wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, belegen moderne Studien, dass Akupunktur über das Nervensystem und hormonelle Prozesse positive Effekte auf den Körper hat. Besonders in der Schmerztherapie und Geburtsvorbereitung wird sie immer häufiger eingesetzt.
Was sagt die Wissenschaft?
Akupunktur wird ab der 36. Schwangerschaftswoche (SSW) eingesetzt, um die Geburtsdauer zu verkürzen, den Muttermund zu entspannen und die werdende Mutter emotional auszugleichen.
Studienlage: Hilft Akupunktur wirklich?
Eine der bekanntesten Studien zur geburtsvorbereitenden Akupunktur stammt von der Universitätsfrauenklinik Mannheim (1996/1997):
- Schwangere, die Akupunktur erhielten, hatten eine durchschnittlich zwei Stunden kürzere Eröffnungsphase.
- Die Geburt wurde als weniger schmerzhaft empfunden.
- Die Zervixreifung wurde signifikant unterstützt.
Neuere Metaanalysen bestätigen diese Ergebnisse teilweise, weisen aber darauf hin, dass die individuellen Reaktionen auf Akupunktur unterschiedlich sind.
Ablauf der geburtsvorbereitenden Akupunktur
🔹 Start: Ab der 36. SSW, einmal oder zweimal wöchentlich.
🔹 Dauer: Jede Sitzung dauert etwa 20–30 Minuten.
🔹 Technik: Feine Nadeln werden an spezifischen Punkten gesetzt, um die Gebärmutter zu stärken und die Geburt vorzubereiten.
Welche Akupunkturpunkte werden verwendet?
🔸 GB 34 (Gallenblasenmeridian, Yang) – Stärkt die Muskulatur, insbesondere die Uterusmuskulatur.
🔸 Ma 36 (Magenmeridian, Yang) – Fördert die Zervixreifung.
🔸 MP 6 (Milzmeridian, Yin) – Unterstützt die Blutbildung und sorgt für ein harmonisches Yin-Yang-Gleichgewicht.
🔸 BL 67 (Blasenmeridian, Yang) – Wird erst ab der dritten Sitzung gestochen, um die Wehentätigkeit zu unterstützen.
Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?
Die Akupunktur gilt als sicher, solange sie von einer erfahrenen Hebamme oder einem spezialisierten Arzt durchgeführt wird.
Mögliche Nebenwirkungen:
✅ Erhöhte Kindsbewegungen nach der Sitzung (gilt als positives Zeichen).
✅ Leichte Hautreizungen an den Einstichstellen.
✅ Müdigkeit oder Entspannung nach der Behandlung.
Keine Akupunktur bei:
- Geplanten Kaiserschnitten.
- Mehrlingsschwangerschaften, Placenta praevia oder anderen Komplikationen.
- Blutgerinnungsstörungen.
Alternative Methoden zur Geburtsvorbereitung
Wenn du keine Nadeln möchtest, gibt es auch andere natürliche Methoden:
💆♀️ Geburtsvorbereitende Massage – Sanfte Druckpunkte ohne Nadeln.
🧘♀️ Yoga und Atemtechniken – Fördern die Entspannung und Flexibilität.
🌿 Himbeerblättertee & Damm-Massage – Zur Unterstützung der Zervixreifung.
Fazit: Lohnt sich Akupunktur zur Geburtsvorbereitung?
✔ Verkürzt nachweislich die Eröffnungsphase.
✔ Kann Wehenschmerzen reduzieren.
✔ Fördert die Muttermundreifung und entspannt.
Ob du dich für Akupunktur entscheidest, bleibt dir überlassen. Hier in der Praxis bieten wir alternativ auch die geburtsvorbereitende Massage an – eine sanfte Methode mit ähnlicher Wirkung.
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Eure Nina Tedesco!
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