Warum der Eisenwert so wichtig ist und wie du ihn stabil hältst

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit voller Veränderungen für deinen Körper. Eine der wichtigsten Anpassungen betrifft dein Blutvolumen und damit auch deinen Eisenhaushalt. Doch warum ist Eisen in der Schwangerschaft so wichtig, welche Werte werden überprüft und wie kannst du Eisenmangel vorbeugen?

Warum ist Eisen in der Schwangerschaft so wichtig?

Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das in der Schwangerschaft eine zentrale Rolle spielt. Es wird für die Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt, die Sauerstoff im Körper transportieren. Dein Körper kann Eisen nicht selbst produzieren, sondern muss es über die Nahrung aufnehmen. Während der Schwangerschaft steigt dein Blutvolumen um etwa 50 %, um das heranwachsende Baby optimal zu versorgen. Dadurch verdünnt sich das Blut, was zu einem natürlichen Absinken des Hämoglobinwertes (Hb-Wert) führt.

Ein Eisenmangel kann sich durch Symptome wie Müdigkeit, Schlappheit, Konzentrationsprobleme und blasse Haut bemerkbar machen. Ein starker Mangel kann zudem das Risiko für eine Frühgeburt oder ein niedriges Geburtsgewicht erhöhen.

Welche Eisenwerte werden in der Schwangerschaft überprüft?

Hämoglobinwert (Hb-Wert): Dieser wird bei jeder Schwangerschaftsvorsorge kontrolliert und in deinem Mutterpass festgehalten. Ein Hb-Wert unter 11,2 g/dl gilt als Hinweis auf eine Eisenmangelanämie.

  1. Hämatokrit-Wert (HK-Wert): Dieser zeigt das Verhältnis der zellulären Bestandteile des Blutes zum Plasma und gibt weitere Hinweise auf eine Anämie.

  2. Ferritinwert: Dieser misst den Eisenspeicher im Körper. Ein niedriger Ferritinwert zeigt an, dass die Eisenvorräte erschöpft sind, auch wenn der Hb-Wert noch im Normalbereich liegt.

Warum sinkt der Eisenwert in der Schwangerschaft?

  • Erhöhter Eisenbedarf: Dein Baby benötigt Eisen für seine eigene Blutbildung und Entwicklung.

  • Erweitertes Blutvolumen: Das Blut verdünnt sich, wodurch der Hb-Wert sinkt.

  • Veränderung des Stoffwechsels: Die Eisenaufnahme kann gestört sein, insbesondere durch eine unausgewogene Ernährung oder bestimmte Nahrungsmittel, die die Eisenaufnahme hemmen (z. B. Kaffee, Tee oder Milchprodukte).

Wie kann man den Eisenwert in der Schwangerschaft stabil halten?

Eisenreiche Ernährung

Du kannst deinen Eisenwert durch eine gezielte Ernährung stabil halten. Folgende Lebensmittel sind besonders reich an Eisen:

  • Tierische Quellen (Häm-Eisen, besonders gut verwertbar): Rindfleisch, Geflügel, Fisch

  • Pflanzliche Quellen (Nicht-Häm-Eisen, schlechter verwertbar): Linsen, Bohnen, Spinat, Haferflocken, Quinoa, Tofu

  • Eisenaufnahme verbessern: Vitamin C (z. B. in Orangensaft oder Paprika) fördert die Eisenaufnahme. Vermeide gleichzeitig Kaffee, Tee oder Milchprodukte, da sie die Aufnahme hemmen.

Eisenpräparate: Wann sind sie nötig?

Nicht immer reicht eine eisenreiche Ernährung aus. Wenn dein Hb- oder Ferritinwert zu niedrig ist, kann dein Arzt oder deine Hebamme Eisenpräparate empfehlen. Diese sollten:

  • Auf nüchternen Magen eingenommen werden (am besten in der Nacht denn du solltest auch nach der Einnahme noch eine Stunde mit der Nahrungsaufnahme warten)

  • mit Vitamin C kombiniert werden. Am besten kaufst du ein Präparat welches bereits Vitamin C enthält. Diese Präparate gibt es und sie erleichtern vieles!

  • Nicht mit Magnesium oder Calcium zusammen eingenommen werden, da diese die Eisenaufnahme hemmen.

Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Magnesiummangel

Interessanterweise treten Eisenmangel und Magnesiummangel häufig gemeinsam auf. Ein niedriger Eisenwert kann Muskelkrämpfe und das Restless-Legs-Syndrom begünstigen, während Magnesiummangel zu ähnlichen Beschwerden führen kann. Wenn zu wenig Blut gebildet wird können auch weniger Mineralstoffe dorthin gelangen wo sie gebraucht werden.

Um beide Mangelzustände zu vermeiden, empfiehlt es sich:

  • Eisen morgens auf nüchternen Magen einzunehmen

  • Magnesium abends vor dem Schlafengehen zu supplementieren

  • Ausgewogen zu essen, um beide Mineralstoffe optimal aufzunehmen

Fazit

Eisen ist für eine gesunde Schwangerschaft essenziell. Durch regelmäßige Kontrollen deiner Eisenwerte und eine eisenreiche Ernährung kannst du Mangelerscheinungen vorbeugen. Falls notwendig, kann eine gezielte Eisensubstitution helfen, Komplikationen zu vermeiden. Denk daran, dass auch Magnesium eine wichtige Rolle spielt und die richtige Kombination von Nährstoffen entscheidend ist.

Eure Nina Tedesco!